Erst- und Grundausrüstung als Jäger/in

Du hast Deine Jägerprüfung bestanden, Deinen ersten Jagdschein gelöst – und jetzt fehlt nur noch Deine Erst- und Grundausrüstung.

Dazu gebe ich Dir folgende Empfehlungen:

Waffen und Munition kannst Du zum Beispiel bei Frankonia* kaufen.

Ich zähle jetzt mal die wichtigsten Dinge auf und erkläre die meisten Dinge  im Anschluss:

1. Basisausstattung:

  • Fernglas*
  • Messer mit Aufbrechklinge und Säge
  • Messerschärfer*
  • Gummihandschuhe
  • Patronenetui
  • Schrotpatronengurt
  • Taschenlampen
  • Kopflampe
  • Sitzkissen
  • Jagdrucksack
  • Jagdumhängetasche
  • Jagdhut
  • Seifenblasen

2. Für den Winter:

    • Ansitzsack
    • Handschuhe
    • Taschenofen (Kohle, Benzin), Wärmekisschen
    • Mütze
    • Sturmhaube
    • Warnkleidung für Drück- und Treibjagden

3. Jagdschuhe:

  • Gummistiefel
  • Trekkingstiefel*
  • Trekkingschuhe

4. Für den Schießstand:

  • Schusspflaster*
  • Gehörschutz*
  • Einschießbock

5. Waffenreinigung:

  • Bore Snakes
  • Waffenöl
  • Reinigungsbürsten
  • Brünierpaste

6. Wildverarbeitung:

  • Kettenhandschuh*
  • Gummihandschuhe
  • Gefriertüten
  • Messer

7. Nützliches Extra Zubehör:

  • Vakuumiergerät
  • Thermacell*
  • Kanzelheizung

Zu 1. Basisausstattung:

Fernglas
Ein Fernglas* sollte Dämmerungs- und Nachttauglich sein. Also etwa in der Größe 7×50, 8×56, 9×63.

Messer mit Aufbrechklinge und Säge
Hier kannst Du wählen ob Dir ein feststehendes und eher ein Klappmesser eher zusagt. Ich nutze beide Arten. Die feststehenden Messer sind reinigungsfreundlicher, die Klappmesser passen in jede Hosentasche. Da ein Jäger ja nie genug Messer haben kann 😉 kannst Du Dir auch beide kaufen und schauen welches Du lieber magst.
Eine Aufbrechklinge hat eine stunpfe Spitze, die verhindert, dass Du beim Aufbrechen versehentlich den Darm anschneidest.
Eine Säge ist beim Aufbrechen praktisch um die Rippen und das Schloß zu durchtrennen.

Gummihandschuhe
Gummihandschuhe brauchst Du beim aufbrechen wegen der Hygiene und Du machst Dir die Finger nicht schmutzig.
Ebenfalls sind Gummihandschuhe wichtig, wenn Du Raubwild anfasst, wegen eventuell ansteckender Krankheiten.

Patronenetui
Es empfiehlt sich für jedes Kaliber ein eigenes Patronenetui zu nehmen. Es gibt Patronenetuis für kombinierte Waffen mit Einteilungen für Schrotpatronen, kleine Kugel und große Kugel. Oder Patronenetuis nur für eine Sorte Büchsenmunition.

Schrotpatronengurt
Sinnvoll in Revieren in denen es viel Niederwild / Flugwild gibt.

Taschenlampen
Es empfiehlt sich immer mehrere Taschenlampen dabei zu haben.
Eine Taschenlampe mit grüner oder roter LED zur Wildbeobachtung. Hier sollte ein Akku mit Ladegerät im Lieferumfang enthalten sein.
Am besten mehrere Taschenlampen mit weißem Licht für die Nachsuche.

Kopflampe
Eine Kopflampe brauchst Du, um die Hände frei zu haben. Es ist angenehmer beim runter klettern, Nachts, vom Hochsitz, beide Hände benutzen zu können.
Auch beim Aufbrechen in der Nacht ist eine Kopflampe sehr nützlich.

Sitzkissen
Hochsitz-Sitzbretter sind selten gepolstert. Damit Du auch noch nach 5 Stunden Ansitz einigermaßen bequem sitzt, brauchst Du ein solches.

Jagdrucksack
Ihn brauchst Du um Deine ganzen Ausrüstungsgegenstände zu verstauen und bequem mit auf den Hochsitz zu nehmen. Kaufe Dir keinen zu kleinen Rucksack, denn im Winter muss da mehr rein passen wie im Sommer (Decke, Handschuhe, Thermoskanne, Sitzheizung, usw.)

Jagdumhängetasche
Ideal bei Treibjagden um z.B. eine kleine Wasserflasche zum trinken und Gummihandschuhe und Messer zu transportieren. Gelegentlich gibt es auch noch Jagdtaschen mit Hühnergalgen, zum Transport von Federwild.

Jagdhut
Die meisten Jäger tragen grüne Filzhüte. Bei der Drückjagd dann mit Hutband. Sinnvoller bei Drückjagden sind jedoch orangefarbene Mützen und Schirmkappen.

Seifenblasen
Das ist jetzt kein Scherz. Seifenblasen brauchst Du, um festzustellen, aus welcher Richtung der Wind kommt. Seifenblasen bekommst Du zum Beispiel in Spielwarenfachgeschäften.

Zu 2. Für den Winter:

Ansitzsack
Es gibt verschiedene Modelle am Markt. Ich empfehle anprobieren und dann entscheiden welcher es werden soll.

Taschenofen
Es gibt Taschenöfen, die mit Kohle betrieben werden. Je nach Qualität der Kohle halten diese zwischen 3 und 6 Stunden warm.
Dann gibt es Benzintaschenöfchen. Den Benzingeruch stört, nach meiner Erfahrung, das Wild nicht. Zumindest nicht in Revieren mit viel Feldern oder vielen Straßen. Ich nehme an, dass das Wild durch die Fahrzeuge an den Geruch gewöhnt sind.
Als dritte Möglichkeit gibt es Einweg-Wärmekisschen. Der Inhalt dieser Wärmekisschen reagiert mit Luft und gibt wärme für etwa 6 bis 12 Stunden. Du solltest sie schon Zuhause aktivieren, da sie eine gute Stunde Vorlaufzeit brauchen.
Als letztes spreche ich noch kurz die wiederaktivierbaren Wärmepads mit Gel an. Diese eignen sich nach meiner Erfahrung, nicht unbedingt für einen Ansitz, da sie maximal eine Stunde Wärme spenden. Zum reaktivieren müssen sie im Wasserbad erhitzt werden.

Sturmhaube
Eine Sturmhaube brauchst Du nicht nur im Winter. Im Sommer gibt sie den Stechmücken weniger Angriffsfläche. In hellen Vollmondnächten, wenn das Wild besonders vorsichtig ist, verdeckt die Sturmhaube perfekt den hellen Kopf.

Warnkleidung für Drück- und Treibjagden
Meistens wird orange oder neongelb getragen. Gute Warnkleidung für die Drückjagd findest Du zum Beispiel bei Decathlon.

Zu 5. Waffenreinigung:

Für eine einfache, schnelle und effektive Reinigung eignen sich perfekt Bore Snakes (hier findest Du viel Auswahl zum Beispiel bei egun).
Den Bore Snake einfach mit Waffenöl (z.B. Ballistol*)  besprühen und los geht es.
Wie es funktioniert siehst Du im folgenden Youtube-Video:
https://www.youtube.com/watch?v=AwlFtWTMcgU

Brünierpaste
Ich habe mit Perma Blue Brünierungspaste die Beste erfahrung gemacht.
Es ist immer sehr ärgerlich, wenn Du einen Kratzer in die Brünierung (von Gewehr oder Kurzwaffe) bekommst. Mit einer Brünierungspaste einfach  drüber streichen, 2 Minunten warten und wieder abwischen. In dieser Zeit hat der Stahl mit der Paste reagiert und wieder einen Schutzfilm (Brünierung) über den Kratzer gebildet.

Zu 6. Wildverarbeitung:

Kettenhandschuh
Dieser verhindert, dass Du Dich nicht schneidest, wenn du mit dem Messer abrutschst. Dies kann bei der Wildverarbeitung immer mal passieren.

Messer
Du solltest scharfe Messer (zum Beispiel Metzgermesser)  und einen Messerschärfer* benutzen.

Zu 7. Nützliches Extra Zubehör:

Vakuumiergerät
Ideal um Dein Wildbret perfekt und ohne Gefrierbrand-Risiko einzufrieren.

Thermacell
Thermacell*

ist ein kleines Gasbetriebenes Gerät zur Stechmückenabwehr. Ich nutze es selbst beim Angeln und der Jagd. Es sollte möglichst windstill sein, damit es am Besten funktioniert. Ideal in jeder Kanzel. Die Möglichkeit im Hochsommer im T-Shirt auf einer Kanzel zu sitzen, während außerhalb der Kanzel Hunderttausende Stechmücken umherfliegen – einfach ein perfektes Gerät. Du kannst es auch bei der Gartenarbeit verwenden.

Kanzelheizung
Eine Kanzelheizung, entweder mit einer Gaskartusche betrieben oder mit Teelichtern hilft eisige Winternächte zu überleben. Da Gasheizungen meist etwas lauter sind, sollten sie nur dann eingesetzt werden, wenn das Wild auf einer größeren Distanz erwartet wird.

nächstes Thema: Schwarzwildjagd

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