Schwarzwildjagd

Die afrikanische Schweinepest ist aktuell in aller Munde. Es ist voll verständlich, dass unsere Schweinezüchter und Mastbetriebe große Existenzängste bekommen.

Wir Jäger haben hier eine wirklich wichtige Aufgabe die Wildschweinebestände zu reduzieren.

Es hat ja durchaus mehrere Vorteile, wenn die Wildschweinpopulation kleiner wird.

Nicht nur, dass es weniger Wildschäden gibt, auch dem Niederwild, den Bodenbrütern, den Amphibien und Lurchen tun wir damit einen großen Gefallen.

Ich kann mich noch gut an die Anfangszeit als Jäger erinnern. Das war Anfang 2000, da gab es im Revier meines Vaters nur sehr selten Sauen. Damals war es jedesmal eine Sensation, wenn Sauen im Revier waren.
Heute jage ich in einem Revier, da ist es eine Sensation, wenn mal keine Sauen da sind.

Welche effektive Methoden gibt es:

  • Ansitz an der Kirrung
  • Ansitz am Wechsel
  • Ansitz an Wiesen und Feldern
  • Pirschjagd im Wald
  • Pirschjagd im Feld
  • Drückjagd

Im Einzelnen:

Ansitz an der Kirrung

Die mit Abstand häufigste Art der Schwarzwildbejagung.
Hier ist der Jäger erfolgreich, der Sitzfleisch hat. Ansitze zwischen 3 und 6 Stunden sind normal, im Extremfall auch mal 10 Stunden.
Um zu wissen, was den Jäger erwartet, ist es sinnvoll eine Wildkamera* ein paar Tage vorher einzusetzen.
Alternativ hilft auch eine Kirruhr* oder ein Sauenhandy.
Damit weißt Du in etwa wieviele Sauen und zu welcher Uhrzeit die Sauen kommen.

Ansitz am Wechsel

Eine ebenfalls sehr effektive Jagdmethode.  Du solltest hierbei geübt sein, auf sich bewegendes Schwarzwild zu schießen. Du hast hier nur sehr kurz Zeit, das richtige Stück anzusprechen. Ist ein korrektes Ansprechen nicht möglich, muß der Finger gerade bleiben, also Du schießt nicht.

Ansitz an Wiesen und Feldern

Der Ansitz an Wiesen bei oder nach Regen bringt meist den größten Erfolg.
Bei bzw. nach dem Regen kommen die Würmer aus dem Boden. Diese eiweißreiche Nahrung lassen sich die Sauen nicht entgehen.
Die Feldjagd wird gewöhnlich an Getreideäckern, Kohl- und Zuckerrübenäckern ausgeübt, zur Wildschadensabwehr.
In Feldrevieren wird an Getreideäckern oft im „Schichtdienst“ angesessen.
Hier braucht Deine Partnerin / Dein Partner großes Verständnis und Toleranz, da du öfters Abends nicht Zuhause sein wirst.

Pirschjagd im Wald

Sauen die wenig Kontakt mit Freizeitsuchenden, wie Spaziergänger, Jogger, Mountainbiker, Geocacher, Pilzsucher haben, sind oft tagaktiv.
Diese Sauen triffst Du im Wald oft an Ihren Einständen, wie z.B. Brombeerhecken an.
Du musst Dich sehr leise im Wald bewegen und immer auf den Wind achten.
Hier helfen oft Seifenblasen, um die Windrichtung zu bestimmen.

Pirschjagd im Feld

Die Pirschjagd im Feld findet oft in der Dämmerung und Nachts im Feld statt.
Hilfreich in Revieren mit großem Feldanteil sind hierbei Nachtsichtgeräte* und Wärmebildkameras. Mit diesen Geräten lassen sich die Sauen im Feld einfacher finden. Jedoch beachte den Kosten-Nutzen-Faktor. Diese Geräte sind oft sehr teuer. Sinnvoll sind solche Geräte dann einzusetzen, wenn viel Wildschaden im Revier vorkommt.
Die Sauen werden im Getreidefeld, z.B. Weizen, angepirscht. Um dabei möglichst Geräuschlos zu sein, tragen viele Jäger nur Jogginghosen oder Strumpfhosen. Schuhe werden dabei nicht getragen.

Drückjagd

Drückjagden sind eine sinnvole Ergänzung zur Ansitzjagd.


Jagdkaliber

Nimm ein gebräuchliches Kaliber, bei dem Du eine reichhaltige Geschoßauswahl hast und die Munition nicht zu teuer ist, damit Du regelmäßig auf dem Schießstand üben kannst.

Als Beispiel: .308, .30-06, 8x57IS, .300 WinMag. , 7×64, 9,3×62

Nachsuche

Da Aujetzky immer weiter auf dem Vormarsch ist, sicherlich auch durch die erhöhten Schwarzwildbestände, wird es für unsere Jagdhunde immer gefährlicher bei der Nachsuche.

Hier sind Wärmebildkameras sehr nützlich und hilfreich.

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